Nachhall, Echo, Direktschall - Räume hören lernen

Shownotes

Wie der US-amerikanische Architekt Louis Isedor-Khan schon sagte: “To hear a sound is to see a space” (einen Klang hören heißt einen Raum sehen). Kurz: Erst unser Gehör lässt Räume lebendig werden! Doch wie genau beeinflusst der Raum unseren Höreindruck? Unsere Fragen beantwortet der Akustikexperte Dr.-Ing. Anselm Goertz. Er wird uns erklären, warum man zwischen Schall und Klang unterscheiden muss und wie unser Ohr Geräusche wahrnimmt.

Ihr lernt in dieser Episode alle entscheidenden Parameter kennen, die unseren akustischen Raumeindruck formen. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Direktschall und Raumschall? Und ab wann wird eine Reflexion zum störenden Echo? Dabei erfahrt ihr u.a. auch, warum es am Bahngleis eine exakte 17-Meter-Regel für den Abstand von Lautsprechern gibt.

Natürlich darf auch ein Blick in die Vergangenheit nicht fehlen. Die Anfänge der modernen Raumakustik gehen auf den Physiker Wallace Clement Sabine zurück, der um 1910 mit Sitzkissen und Orgelpfeifen die moderne Raumakustik begründete und so die nach ihm benannte Maßeinheit Sabin schuf. Auch raumakustische Fails werden thematisiert, etwa der Fokuseffekt im Bonner Plenarsaal, der die Demokratie fast zum Schweigen brachte – gerettet durch mikroperforierte Folien!

Zum Schluss dürft ihr Mitraten: Könnt ihr anhand des simulierten Nachhalls erraten, ob ihr gerade in einer Blumenvase, der Berliner Philharmonie, im Gasometer Oberhausen oder sogar in der Königskammer der Pyramide von Gizeh steht? Macht den Test und schärft euer Gehör — Die Welt der Klänge ist ein Podcast von ARS, Art Research Sound, einem künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekt der Hochschule für Musik Mainz an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. In Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.

Beteiligte: Christian Conradi, Peter Kiefer, Anselm Goertz, Caroline Lauer, Moritz Reinisch

Musik (Intro/Outro): Artist Name: QAWALA Song Name: Puzzles (Instrumental) License #: 0961324136 Project Type: Podcast

Transkript anzeigen

00:00:00: Die Welt der Klänge.

00:00:09: Die Welt der Klänge

00:00:13: Herzlich willkommen zum Podcast "Die Welt der Klänge"

00:00:17: Mein Name ist Christian Conradi, ich bin Journalist und Podcastproduzent.

00:00:20: Ja, und ich bin Peter Kiefer, Komponist, Klangkünstler und Klangforscher an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

00:00:26: To hear a sound is to see a space.

00:00:29: Mit diesem Satz wollen wir heute anfangen.

00:00:31: Übersetzt heißt das so viel wie einen Klang hören, heißt einen Raum sehen.

00:00:36: Und diesen Satz hat der US-amerikanische Architekt Louis Isidor-Khan geprägt.

00:00:42: Und in dieser kleinen Formulierung, da steckt richtig viel drin, denn Geräusche wirken immer anders, zum Beispiel abhängig davon.

00:00:50: Wo sie entstehen, im Wohnzimmer, im Treppenhaus, in der Kirche oder vielleicht auch draußen in den Bergen.

00:00:56: Und durch unser Gehör wird ein Raum quasi lebendig.

00:00:59: Wir können ihn dann vor unserem inneren Auge regelrecht sehen.

00:01:03: So spielt der Raum auch eine außerordentliche Rolle für unsere Wahrnehmung.

00:01:07: Erforscht wird er in der Akustik.

00:01:09: Und das so gut, dass man den Klang in Räumen mittlerweile täuschend echt am Computer simulieren kann.

00:01:14: Ja, genau, das zeigen wir euch in dieser Folge.

00:01:16: Wir starten mit einer Klangreise.

00:01:17: Am Ende wird es nochmal ganz spannend, da könnt ihr mitmachen.

00:01:20: Und jetzt gehen wir mal in unterschiedliche Räume.

00:01:23: Ich bin gespannt.

00:01:27: Oh ja, das scheint mir ein großer Raum zu sein.

00:01:29: Das ist eine Moschee.

00:01:31: Wir gehen einfach mal weiter.

00:01:33: Das ist was ganz anderes hier.

00:01:35: Oh, das klingt irgendwie metallisch, als wären wir in einem Gefäß.

00:01:38: Ganz richtig, wir sind in so einem eisernen Waschzuber.

00:01:43: Jetzt wird es ganz anders, hört man einen Unterschied.

00:01:45: Es war schon mal so ein kleiner Vorgeschmack auf die akustischen Räume, die wir heute noch am Ende der Folge simulieren werden.

00:01:52: Und das Besondere dabei, ihr dürft am Ende mitraten, in was für Räumen wir uns befinden.

00:01:57: Und wir hoffen natürlich, dass ihr dann im Laufe der Folge auch

00:02:00: gelernt habt, wie diese Räume akustisch entstehen, was den Klang in Räumen beeinflusst, denn all das werden wir heute lernen.

00:02:08: Aber jetzt muss ich noch sagen, das letzte Beispiel, das war nämlich ein Dixie-Klo von hinten.

00:02:13: Okay. Na ja, zum Glück ist die olfaktorische Ebene nicht dabei.

00:02:18: Bevor wir aber gleich abtauchen in die Welt der Raumklänge, müssen wir natürlich erstmal klären, was und wie wir überhaupt hören.

00:02:25: Und dabei hilft uns heute ein wirklich großartiger Raumakustikexperte und zwar

00:02:31: Anselm Görz.

00:02:32: Ich bin, kann man im weitesten Sinne sagen, Planer und Berater für alle möglichen Belange in der Akustik.

00:02:38: Das betrifft Raumakustik, entfernt ein bisschen Bauakustik und bei mir primär die Elektroakustik, also Beschallungstechnik.

00:02:47: Ich kenne Anselm schon seit vielen Jahren und wir waren beide bei der Entwicklung eines Studiengangs Multimediales Design, Multisensuelles Design an der Hochschule Burg Giebichenstein mit dabei.

00:02:58: Ich persönlich bewundere seine Fachkompetenz sehr und man kann mit Recht sagen, dass er der Lautsprecherpapst von Deutschland ist.

00:03:05: Interessanter Titel.

00:03:07: In der letzten Folge hatten wir übrigens den Glockenpapst.

00:03:10: Wir bleiben bei Päpsten.

00:03:12: Ja, er testet nämlich seit über 30 Jahren für sehr viele Firmen Lautsprecher, für Studios, PA und Beschallung.

00:03:18: Und bekannt wurde er als Ingenieur.

00:03:20: Denn er hatte zum Beispiel die Beschallung von solchen Referenzprojekten wie Olympiastadion Berlin, Olympiastadion Moskau übernommen.

00:03:28: Aber auch für Hauptbahnhöfe, also Essen, Hagen, Bochum und Köln sowie für den Kölner Flughafen, also Riesendinger.

00:03:35: Und er war tatsächlich zehn Jahre lang für das berühmte Festival für elektronische Dancemusic May Day zuständig für die Beschallung.

00:03:42: Kennst du bestimmt auch?

00:03:43: Also auf jeden Fall eine sehr vielschichtige Karriere, die der Anselm bisher hatte.

00:03:46: Ja, er hat an der RWTH in Aachen Akustik studiert und dort auch promoviert und war an der Entwicklung von Kunstkopfmikrofonen und Messlautsprechern beteiligt.

00:03:56: Und 1996 hat er eine eigene Firma, in der er digitale Controller baut.

00:04:01: und leitet diese Firma eben bei Aachen und lehrt als Professor an der TU Technischen Universität in Berlin.

00:04:07: Ich finde es unglaublich sympathisch, er ist immer noch mit üppigem Vollbad unterwegs, oft auch mit kurzen Hosen und Sandalen.

00:04:15: Und wie jetzt auch bei unserem Treffen in seiner Firma.

00:04:17: Er ist einfach ein unglaublich sympathischer Typ.

00:04:19: Das klingt so zumindest.

00:04:21: Ich persönlich kenne ihn ja nicht, aber ich habe ja schon das Gespräch gehört, was du mit ihm geführt hast.

00:04:25: Und da wollen wir heute

00:04:26: reinhören, weil er hat wirklich super viele interessante Sachen erzählt.

00:04:29: Du hast ihn getroffen in Aachen und zwar in einem ganz speziellen Raum, ein sogenannter Schalltoter-Raum.

00:04:36: Was das ist, hören wir gleich auch noch von Anselm selbst, aber zuerst beantwortet er noch eine ganz grundlegende Frage, die uns in dieser Folge besonders beschäftigt.

00:04:46: Was ist denn Klang überhaupt oder sollen wir besser von Schall sprechen?

00:04:50: Ja, also Klang ist natürlich auch Schall, weil ohne Schall kein Klang.

00:04:54: Sozusagen eindeutiger Zusammenhang.

00:04:57: Und ich würde als klangwürdig etwas mehr differenzieren.

00:05:01: Also Klang ist ja auch Empfindungssache.

00:05:03: Und es kann sein, dass für mich ein Klang, dass ich einen Klang schön finde und vielleicht sogar auch als Klang.

00:05:09: Klang ist ja positiv behaftet vom Begriff her.

00:05:14: Dass du gleichzeitig das Geräusch überhaupt nicht schön findest.

00:05:17: Die Klassiker sind ja irgendwie, der Motorradfahrer findet seinen Motorradsound total gut und alle anderen finden das schrecklich.

00:05:22: Und da muss man so ein bisschen differenzieren.

00:05:25: Also da sieht man eben, dass das Klang macht sich eben.

00:05:28: unterscheidet sich dadurch, wie ist das in der Frequenz zusammengesetzt.

00:05:33: Also sind da viele mittelfrequente oder hochfrequente Anteile drin oder tieffrequente und wie ist das Ganze von der,

00:05:40: von der Rauigkeit her oder sind einzelne monofrequente Töne drin.

00:05:45: Das sind ja alles Dinge, die einen Klang ausmachen und die auch darüber entscheiden, ob jemand jetzt diesen Klang angenehm oder unangenehm empfindet.

00:05:53: Wir sind ja hier in einem ganz besonderen Raum.

00:05:56: Das ist ein großer Messraum.

00:05:57: Was ist eigentlich die Besonderheit hier?

00:05:59: Also diese Räume werden auch Freifeldräume genannt, nicht ohne Grund, weil dieser Raum

00:06:05: ist zwar ein Raum im Sinne eines Raums, also ein kubischer Raum, der um uns hier herumsteht, mit Kantenlängen von

00:06:13: 12 mal 8 mal 6 Metern und der verhält sich aber eben, wie der Name das schon sagt, wie Freifeld.

00:06:20: Das heißt, es gibt keine Reflexion.

00:06:21: Die Wände sind hochabsorbierend ausgelegt mit Mineralwollekeilen, 85 cm tief.

00:06:28: Die absorbieren also sämtlichen Schall, der da drauf trifft. Also absorbieren heißt, der Schall trifft auf die Wand und ist weg und wird nicht zurückreflektiert.

00:06:36: Also, das ist eigentlich vom akustischen Verhalten her so, als wenn man draußen wäre.

00:06:40: Da gibt es ja auch keine Wände, die reflektieren.

00:06:42: Deswegen auch die Bezeichnung Freifeldraum.

00:06:45: Oder reflexionsarmer Raum sagt man auch.

00:06:47: Oder Schallttoter-Raum sagt man auch dazu.

00:06:49: Also ich habe jetzt auch Raummikrofone.

00:06:50: Ich probiere das jetzt einfach mal aus.

00:06:52: Ich kann es jetzt nicht hören, aber irgendwie müssten wir ja, die Mikrofone müssten ja jetzt merken,

00:06:56: dass ich mich entferne.

00:06:58: Und vermutlich, wenn ich ziemlich laut bin, hören die das jetzt so, als ob ich relativ weit weg bin.

00:07:04: Und wir hatten eben, du hattest es eben schon angesprochen, es gibt im Hörspielstudio im WDR einen Raum.

00:07:09: Ein kleiner Raum, viel kleiner als hier, das ist eine Schnecke und da kann man drinstehen und ganz laut schreien!

00:07:16: Und man denkt aber, das ist 500 Meter weg, aber da ist das ein Mikrofon, das steht nur relativ relativ nah.

00:07:22: Ich hoffe, das hat jetzt funktioniert.

00:07:23: Die Raumakustik müsste eigentlich.

00:07:25: Ich gehe davon aus, dass es funktioniert hat, weil für mich war das genau so nachvollziehbar hier an dieser Stelle.

00:07:30: Also nicht nur für die Mikrofone, sondern auch für dein Gehör.

00:07:32: Genau.

00:07:35: Also, als du jetzt sagtest da, wenn ich jetzt ganz laut schreie, das hörte sich so an, als wenn du jetzt draußen irgendwie 50 Meter entfernt stehen würdest.

00:07:43: Das war so der Eindruck.

00:07:45: Du hast eben schon gesagt, man nennt es Freifeldraum.

00:07:48: Das gibt es in der Natur eigentlich so nicht, außer wo du gesagt hast?

00:07:52: Ja, außer im Freien.

00:07:53: Also wenn man draußen steht, hat man quasi die Verhältnisse, akustischen Verhältnisse, die man jetzt hier auch hat.

00:07:59: Also draußen meint aber in der Steppe oder so, also keine Bäume, nichts.

00:08:03: Keinen Hügel, keine Wand.

00:08:04: Draußen im Freien.

00:08:05: Ich sag mal auf einem großen Parkplatz, wo also die nächsten 100 Meter nichts im Weg ist, kein Gebäude und gar nichts drin.

00:08:11: Auf dem Berggipfel.

00:08:12: Ja, genau, so ungefähr.

00:08:14: Es gibt ja so eine Legende auch von diesen reflexionsarmen oder Schalltoten-Räumen, dass man sagt, man kann sich gar nicht so lange hier drin aufhalten, wenn es so ein bisschen ein komischer Effekt ist.

00:08:23: Wie ist deine Erfahrung?

00:08:24: Ihr arbeitet ja jetzt hier drin.

00:08:26: Unsereins merkt das nicht mehr, weil wir seit Jahrzehnten ständig in diesen Räumen sind.

00:08:30: Wenn Leute das nicht kennen, denen kommt das manchmal ein bisschen komisch vor, weil das, was man sieht, nicht mit dem zusammenpasst, was man hört.

00:08:38: Und dann muss man noch unterscheiden.

00:08:40: Also dieser Raum hier ist ein reflektionsarmer Halbraum.

00:08:43: Das heißt, wir befinden uns ja auf einem schallharten Betonfußboden.

00:08:45: Nur die Wände und die Decke sind hochabsorbierend, ausgekleidet.Es gibt aber auch solche Räume, wo auch der Boden mit dem absorbierenden Material ausgelegt ist und wo man dann auf einem Netz steht, da gibt es dann wirklich überhaupt keine Reflexion mehr.

00:08:59: Also wir sitzen jetzt hier so zwei Meter entfernt auseinander und wir haben zumindest noch die Bodenreflexion, die das Ganze noch etwas natürlich erscheinen lässt.

00:09:06: Und das hat man also in so einem sogenannten Vollraum nicht.

00:09:08: Und dann kommt natürlich noch dazu, dass, wenn man auf dem Netz steht, das Ganze auch noch rein von der Standfestigkeit her, ich sag mal, gewöhnungsbedürftig ist.

00:09:16: Also, du hast eben schon einen interessanten Aspekt angesprochen, dass unsere Hörwahrnehmung

00:09:21: oft mit unserer visuellen Wahrnehmung einhergeht, aber hier eben nicht.

00:09:24: Das hat ganz bestimmte Effekte.

00:09:26: Und du hast eben auch gesagt, dass unser Gehör den Raum um sich herum eben ganz genau

00:09:31: in seinen Dimensionen wahrnehmen kann.

00:09:34: Können wir uns einfach mal über die Parameter unterhalten, die da die Rolle spielen, wie unser Ohr oder unser Gehör den Raum wahrnimmt?

00:09:39: Du sprachst eben schon ...

00:09:40: ... von Reflexionen von Nachhall, das sind eigentlich die beiden entscheidenden Aspekte.

00:09:44: Also wenn man in einen Raum kommt, hat man ja sofort einen akustischen Eindruck.

00:09:48: Wenn man den akustischen Eindruck noch verstärken will, kann man zum Beispiel in die Hände klatschen oder sonst irgendein Geräusch machen.

00:09:54: Und dann merkt man ja direkt, ist dieses Geräusch jetzt sofort weg?

00:09:59: Gibt es also keine Raumreaktion oder nur ganz wenig?

00:10:02: Oder gibt es einen langen Nachhall.

00:10:04: Also wenn ich jetzt zum Beispiel in eine Kirche komme oder sonst einen heiligen Raum, ich klatsche da in die Hände, dann merke ich ja,

00:10:10: der Raum klingt sehr langsam aus, das dauert also Sekunden, fünf, sechs Sekunden oder noch länger, bis dieser Ton ausgeklungen ist.

00:10:17: Und das ist das, woran man üblicherweise sich orientiert.

00:10:20: Also man hört den Nachhall und der Nachhall ist sehr lang, sage ich jetzt mal, fünf Sekunden oder sowas.

00:10:25: Und dann weiß man direkt, aha, es muss sich um einen großen heiligen Raum, wie eine Kirche zum Beispiel, handeln.

00:10:32: Also man merkt, ihr kennt euch schon lange, ich könnt euch noch ewig weiter zuhören.

00:10:36: Und man merkt auch, dass ihr beide wirklich fürs Thema Raumakustik brennt.

00:10:40: Aber ich will an dieser Stelle nochmal euer Gespräch kurz pausieren, denn ich habe da schon so ein paar Verständnisfragen, meine ich.

00:10:47: Also wenn ich jetzt in die Hände klatsche, ja hier in unserem Raum,

00:10:51: dann ist ja schon mal klar, in der Kirche sind wir definitiv nicht.

00:10:55: Aber in einem so richtig Schalltoten-Raum sind wir ja auch nicht.

00:10:59: Und im Gespräch mit dir und Anselm, da fehlen jetzt auch schon so viele Begriffe.

00:11:04: die für ein Klangverständnis natürlich sehr wichtig sind.

00:11:07: Ich würde vorschlagen, wir picken uns mal einige heraus und vielleicht fangen wir mit Schall an, denn

00:11:12: Schall ist ja nicht gleich Schall, man unterscheidet ja zum Beispiel zwischen Direktschall und Raumschall.

00:11:18: Wo liegt denn da jetzt eigentlich genau der Unterschied, Peter?

00:11:21: Direktschall ist der Schall, der von der Schallquelle ausgesandt wird und auf dem kürzesten Weg, also in einer direkten Linie bei uns eintrifft.

00:11:28: Anselm hat ja schon als Beispiel gesagt, wenn wir beide auf einem freien Feld stehen würden und du machst Geräusche,

00:11:34: dann wäre der Schall, der direkt bei mir eintrifft, der Direktschall. Dabei ist es aber wichtig zu wissen, dass Schall generell sich kugelförmig ausbreitet.

00:11:41: Stell dir einfach mal vor, es ist wie eine Glühbirne im Raum.

00:11:44: Das Licht, was auf direktem Weg in mein Auge geht, ist das direkte Licht.

00:11:48: Und der direkte Schall einer Schallquelle ist dann eben der Direktschall.

00:11:51: Die Worte, die du zu mir sprichst hier im Studio, die kommen mehr oder weniger unbehindert direkt in mein Ohr.

00:11:56: Die direkt an dein Ohr kommen, genau. Aber das ist unglaublich wichtig für unser Richtungshören.

00:12:01: Wir haben ja zwei Ohren und der Direktschall kommt unterschiedlich an diesen beiden Ohren an.

00:12:05: Wenn du jetzt rechts von mir stehst, ist der Schall an meinem rechten Ohr lauter und trifft aber auch eher ein als am linken.

00:12:12: Das sind zwar nur Bruchteile von Sekunden, ganz winzige Unterschiede, aber das Ohr bzw.

00:12:17: das Gehirn kann das tatsächlich messen.

00:12:19: Und wir hören, woher der Schall kommt.

00:12:22: Das ist im Alltag total wichtig, denn wir hören zum Beispiel, aus welcher Richtung ein Auto kommt oder wenn jemand ruft oder was eben außerhalb unseres Gesichtsfelds passiert.

00:12:32: Denn unser Ohr ist ja vor allem ein Warnorgan und das war in der Geschichte so und ist immer noch so. Und ich sage mal, die Richtung, aus der ein Geräusch kommt,

00:12:39: also zum Beispiel, woher der Tiger kommt oder woher Gefahr droht.

00:12:43: Oder das Auto.

00:12:43: Oder das Auto ist immer noch wichtig, ist teilweise überlebenswichtig.

00:12:47: Ich finde das total interessant, das Ohr als Warnorgan zu begreifen, weil so nimmt man es ja im Alltag in der zivilisierten Welt gar nicht mehr unbedingt so wahr.

00:12:54: Aber klar, evolutionsbiologisch betrachtet ist es auf jeden Fall so zu sehen.

00:12:59: Nochmal ganz kurz: denn das Ohr können wir ja nicht schließen.

00:13:01: Also, es ist immer noch ein Warnorgan.

00:13:02: In der Nacht hören wir, was kommt, die Augen sehen es nicht.

00:13:05: Also, das ist schon noch ziemlich aktuell.

00:13:06: Das ist wirklich interessant.

00:13:08: Okay, auch den Direktschall, das habe ich jetzt verstanden.

00:13:11: Was ist denn aber jetzt der Raumschall?

00:13:13: Ich bleib jetzt mal beim Beispiel der Glühbirne, die um einem Raum hängt.

00:13:16: Ist an der hinteren Wand zum Beispiel ein Spiegel angebracht, sehe ich zuerst das Licht auf direktem Weg der Glühbirne selber und dann sehe ich natürlich die Reflektion der Glühbirne im Spiegel.

00:13:26: Denn auch das Licht breitet sich ja normalerweise kugelförmig aus.

00:13:31: Hängt nun an jeder Wand ein Spiegel, habe ich verschiedene Reflektionen der Glühbirne.

00:13:36: Und genauso ist es mit dem Schall, der an den Wänden reflektiert wird.

00:13:40: Das sind die sogenannten ersten Reflektionen.

00:13:42: Aber nun wird es so echt tricky.

00:13:44: In den Spiegeln kann ich nicht nur die reale Glühbirne sehen, sondern auch den Spiegel mit der Reflexion.

00:13:50: Insbesondere wenn es jetzt noch an Decke und Bodenspiegeln gibt, also wie so ein Spiegelkabinett.

00:13:55: Sehe ich also die Reflektion der Reflexion der Reflektion der Glühbirne?

00:13:59: Und das ist beim Schall dann noch genau wie beim Billiard, das Spiel über die Bande.

00:14:03: Es gibt zahlreiche Reflexionen, die über mehrere Wände gehen und dann an mein Ohr kommen.

00:14:08: Aber das Interessante ist ja, dass unsere Wahrnehmung da ja auch noch eine große Rolle spielt.

00:14:11: Weil also Licht ist ja so schnell, da sehe ich jetzt gar nicht einen Unterschied zwischen dem Licht

00:14:16: direkt von der Glühbirne und vom Spiegel, würde ich mal behaupten.

00:14:19: Also, wer den Unterschied erkennen kann, der muss eine sehr gute Wahrnehmung haben.

00:14:23: Aber beim Schall ist es ja doch ein bisschen anders, weil er auch einfach viel langsamer ist als Licht.

00:14:26: Das Beispiel hinkt natürlich, insofern,

00:14:29: dass das Licht fast eine Million Mal schneller ist als Schall.

00:14:32: Das können wir dann auch nicht mehr unterschiedlich sehen oder hören.

00:14:36: Aber natürlich bilden diese zahlreichen Schallreflexionen an Wänden, Boden und Decke ein unglaublich komplexes Muster,

00:14:42: das einen Raum akustisch definiert.

00:14:44: Und dabei spielt es für unsere Wahrnehmung eine ganz wichtige Rolle, in welchen Zeitabständen die auf unser Ohr treffen.

00:14:50: Ja, das macht auch total Sinn.

00:14:51: Also, das, glaube ich, habe ich schon ansatzweise, möchte ich sagen, verstanden.

00:14:55: Also, sobald der Schall durch den Raum oder eine Wand beeinflusst wird, bevor ich ihn höre,

00:15:02: spricht man von Raumschall.

00:15:03: Und wenn der Raumschall überwiegt, dann sprechen wir von Reflexion.

00:15:07: Kann man das so einfach runtergebrochen sagen?

00:15:10: Ja, eigentlich ist jeder Raumschall von Reflexionen bestimmt.

00:15:13: Deshalb kann man das so eigentlich nicht sagen,

00:15:15: denn der Raumeindruck durch das Hören wird von eben diesen Reflexionen bestimmt.

00:15:19: Und wir können dadurch zum Beispiel die Größe eines Raumes sehr gut

00:15:23: messen und wahrnehmen und sogar das Material der Wände wird uns deutlich.

00:15:27: Und vielleicht fragen sich jetzt ja einige, warum das so wichtig ist.

00:15:30: Eigentlich ist es auch ganz einfach.

00:15:32: Der Schall hilft uns dabei, uns zu orientieren.

00:15:34: Vielleicht schon öfter mal so der Begriff, auch die Wahrnehmung.

00:15:37: Und das kann manchmal ganz schön verwirrend sein.

00:15:40: Und Anselm hatte da im Gespräch mit dir ein ganz schönes Beispiel.

00:15:44: Das habe ich nochmal rausgesucht.

00:15:45: Bei mir zu Hause, wenn ich auf dem Balkon stehe, dann ist linke Hand eine Kirche.

00:15:51: Rechts sind ein paar Häuser und wenn die Kirchenglocken läuten, dann ist der Direktschall durch ein Gebäude abgeschattet und man hört nur die Reflexionen von den Häusern rechts.

00:15:59: Und wenn man das jetzt nicht wüsste, würde man sagen: Ah, die Kirche ist auf der rechten Seite, aber sie ist auf der linken Seite.

00:16:04: Das ist die Täuschung durch die Reflexion, weil der Direktschall fehlt.

00:16:07: Okay, jetzt fehlt ja auch schon wieder mal der Begriff Reflexion.

00:16:10: Also lass uns doch gerne mal über Reflexion sprechen.

00:16:12: Ich habe ja jetzt schon gelernt, die helfen uns zum Beispiel dabei

00:16:16: einzuschätzen, wie groß ein Raum ist und sie beeinflussen auch unsere Wahrnehmung von Richtungen, aus denen ein Geräusch kommt.

00:16:23: Darüber hast du ja auch noch mit Anselm gesprochen.

00:16:25: Ja, also der Direktschall mischt sich mit den ersten Reflexionen, ist klar.

00:16:30: Für den akustischen Eindruck ist dieser Teil des Raumschalls sehr, sehr wichtig.

00:16:34: Er vermittelt uns unter anderem den Eindruck eines großen oder eines kleinen Raums.

00:16:39: Wenn die Differenz zwischen dem Eintreffen des Direktschalls und des reflektierten Schalls größer ist als 30 bis 50 Millisekunden, dann haben wir den Eindruck eines großen Raums.

00:16:48: Der Raumschallanteil sagt uns auch, ob die Schallquellen nah oder fern sind.

00:16:53: Dann kommt zeitlich der sogenannte Nachhall,

00:16:56: der durch die Größe des Raums bestimmt wird.

00:16:58: Genau, also das hatten wir jetzt ja auch schon in den Klangbeispielen ganz am Anfang.

00:17:01: Also wir können relativ schnell erkennen, ob wir in einer Besenkammer sind oder in einem Klassenraum, in einem Parkhaus oder vielleicht sogar in der Kirche.

00:17:09: Also der Nachhall, auf Englisch "reverb",

00:17:11: ist für Aufnahmen im Tonstudio oder bei Konzerten sehr wichtig.

00:17:14: Sollte hier so zwischen 1,5 und 3 Sekunden liegen.

00:17:17: Da hast du ja eben hier mal in den Raum reingeklatscht.

00:17:20: Bei größeren Räumen geht es bis zu 7 Sekunden und es gibt ganz besondere Räume, wie zum Beispiel ein Wasserspeicher in Köln, wo der Nachhall über 30 Sekunden beträgt.

00:17:30: Hier vermischt sich das Signal und der Hall und man kann Sprache nicht mehr verstehen und auch keine Schallquellen mehr orten.

00:17:37: Okay, also Nachhall habe ich, glaube ich, auch verstanden.

00:17:39: Was ich mich jetzt noch frage, es gibt ja auch das Echo.

00:17:42: Was ist denn sozusagen in Abgrenzung zum Nachhall das Echo?

00:17:46: Ja, das Echo hat mit Nachhall nichts zu tun, aber das Echo ist die erste Reflexion, die so lange braucht, dass sie sich nicht mehr mit dem Direktschall mischt.

00:17:55: Und wir nehmen das dann als separates Hör- oder Klangereignis wahr.

00:17:59: So unterscheidet sich das Echo vom Nachhall.

00:18:01: Da gibt es ein ganz bekanntes Beispiel.

00:18:03: In Bayern ist es das Echo vom Königssee.

00:18:06: Und das ist eine Touristenattraktion.

00:18:08: Um den See herum sind eben Berge und man ruft vom See aus zu den Bergen und es schallt laut und eindrucksvoll zurück. Manchmal sogar mehrfach.

00:18:16: Also viele Touristen fahren deshalb mit dem Boot auf den See, wo ein Trompeter auf dem Ausflugschiff mit seinem eigenen Echo ein Duett spielt, und ich habe da mal ein Klangbeispiel mitgebracht.

00:18:41: Echos entstehen also, wenn die reflektierenden Wände einen relativ großen Abstand voneinander haben.

00:18:47: Als Faustformel kann man sagen, eine Distanz von 33 Metern, also für den Weg hin und zurück des Schalls.

00:18:54: So gibt es schon bei 16,5 bis 17 Metern Wandabstand ein Echo.

00:19:04: Ein Duett mit seinem eigenen Echo spielen, das klingt wirklich total abgefahren.

00:19:08: Also ich kann schon an der Stelle festhalten.

00:19:11: Echos sind so eine besondere Art von Reflexion und Anselm hat dir im Interview auch noch mal erzählt, warum Reflexionen überhaupt so wichtig sind.

00:19:20: Es gibt frühe Reflexionen, die den Direktschall unterstützen und spätere Reflexionen.

00:19:25: Da gibt es also eine Zeitgrenze, das sind 50 Millisekunden.

00:19:29: Und alles, was innerhalb der ersten 50 Millisekunden kommt, das wirkt Direktschall verstärkend.

00:19:34: Alles, was nach 50 Millisekunden kommt, wird unter Umständen schon separat wahrgenommen.

00:19:39: Und dann fängt es an, also bei Sprache wirkt es störend, bei Musik

00:19:43: wird es vielleicht einen interessanten Effekt machen.

00:19:45: Aber alles, was danach kommt, also später als 50 Millisekunden, das wird vom Gehör separat wahrgenommen.

00:19:51: Noch mal, um es gerade deutlich zu sagen, wir reden von 50

00:19:54: tausendstel Sekunden.

00:19:56: Also wäre mit einem Zentimeterstab schon gar nicht mehr messbar.

00:19:59: Das ist schon extrem wenig.

00:20:01: Also man wird es zum Beispiel merken.

00:20:02: Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum auf Bahnsteigen die Lautsprecher 17 Meter auseinanderstehen, weil 17 Meter Entfernung sind 50 Millisekunden Laufzeit.

00:20:11: Das heißt, solange ich mich da dazwischen befinde, egal ob an dem einen oder dem anderen Ende, nehme ich den zweiten Lautsprecher niemals als Echo wahr, sondern immer als Unterstützer.

00:20:19: Wenn die jetzt nicht 17, sondern 25 Meter auseinander wären und ich würde an den Rändern stehen, dann würde ich den zweiten Lautsprecher als störendes Echo hören.

00:20:27: Und das darf natürlich nicht sein.

00:20:29: Und auf Deutsch nichts mehr verstehen.

00:20:30: Genau, das reduziert die Sprachverständlichkeit, ja.

00:20:33: Okay, das ist total interessant.

00:20:35: Ich bin ja heute mit dem Zug aus Berlin hier nach Mainz gekommen. Und ich habe gar nicht darauf geachtet.

00:20:40: Natürlich sind überall Lautsprecher am Bahnhof.

00:20:42: Die dürften ja nicht weiter als 17 Meter auseinander sein.

00:20:44: Das muss ich auf dem Rückweg nach Berlin mal nachmessen,

00:20:47: ob sie da wirklich dran gedacht haben.

00:20:49: Da würde ich mal von ausgehen.

00:20:51: Viel Spaß dabei.

00:20:52: Ja, also Spaß beiseite.

00:20:53: Das ist natürlich schon faszinierend und es gibt uns auch schon einen Eindruck davon, wie wichtig es ist,

00:20:59: auf die Eigenschaften von Schall und auch den genutzten Raum zu achten.

00:21:03: Ja, das ist wirklich extrem wichtig.

00:21:05: Wie zum Beispiel ein Klassenraum akustisch gestaltet ist oder ein Konzertsaal, ist wirklich eine Wissenschaft für sich.

00:21:11: Und oft wird das in der Architektur auch vernachlässigt, wie wir gleich hören werden.

00:21:17: Das macht unser Wesen aus.

00:21:18: Deshalb sind Räume, in denen das gut stattfinden kann, wichtig.

00:21:22: Ich mag zum Beispiel nicht in Restaurants gehen, die zwar schick visuell designt sind, aber wegen der Raumakustik kann man sich kaum unterhalten kann.

00:21:30: Oh, ich hasse das auch.

00:21:31: Und weil man sich eben so schlecht versteht, reden alle immer lauter und es wird immer schlimmer.

00:21:36: Ein weiteres Beispiel für die Bedeutung von Schall ist der Schall für Sehbehinderte.

00:21:41: Für Blinde ist der Direktschall essentiell, er gibt ihnen Orientierung und ermöglicht Orientierung in unserem Alltag.

00:21:47: Und da bringen sehbehinderte Menschen besondere Leistungen.

00:21:51: Sie können Türeingänge, offene Fenster oder Hindernisse in Augenhöhe hören.

00:21:56: Und es gibt blinde Menschen, die hier ganz erstaunliche Fähigkeiten haben, wie Daniel Kish, der blind durch den dichten Stadtverkehr radeln kann.

00:22:03: Das ist tatsächlich echt eine Leistung, wenn man, also wenn ich mir jetzt vorstelle, ich würde die Augen zumachen und mich rein akustisch orientieren, da wäre ich höchstens auf zehn Spitzen sehr langsam unterwegs.

00:22:14: Ja, wir reden jetzt ja hier über Akustik. Und dabei kommt mir immer so ein Bild vor Augen und dieses Bild sind Kissen.

00:22:20: Kissen.

00:22:21: So Kissen wie im Bett sie sind?

00:22:23: Ja, genau, so in der Art.

00:22:24: Also die Akustik ist tatsächlich eine sehr junge Wissenschaft.

00:22:28: Und einer ihrer Pioniere war Wallace Clement Sabine, Sabine geschrieben.

00:22:33: Er war Physikprofessor in Harvard, dort hat man einen neuen Lehrsaal gebaut und war mit der Akustik total unzufrieden. Und da hat man eben diesen Physiker, nämlich Sabine, gebeten, dem nachzugehen.

00:22:43: Und wir reden hier von den Jahren 1895 bis 1900. Und da hat Sabine versucht herauszufinden, was die Akustik überhaupt ausmacht, und hat über Jahre mit seinen Assistenten jede Nacht damit verbracht, Material zwischen zwei Hörsellen hin und her zu schaffen, um die Akustik zu testen.

00:22:59: Und in manchen Nächten liehnen sie sich hunderte von Sitzkissen aus dem nebenliegenden Sanders Theater aus.

00:23:05: Und dann hatten sie eine Orgelpfeife, eine Stoppuhr

00:23:08: und damit führte Sabine tausende von sorgfältigen Messungen durch.

00:23:12: Und das war der Begründungsmoment der modernen Raumakustik.

00:23:15: Ah, ich kann es mir schon vorstellen.

00:23:17: Wahrscheinlich haben die so als Absorber fungiert und ja, dann klang es besser mit den Kissen.

00:23:21: Ja bzw. der Raumhall, der Nachhall, wurde reduziert. So hat er eine Formel entwickelt, die nur aus diesen Erfahrungen entstanden ist.

00:23:29: Und hat so die Größen wie Nachhallzeit, Schallabsorption und Schalttransmission in den Gebäuden, also genau die Begriffe, die wir heute besprechen, eigentlich erfunden.

00:23:38: Ich finde das total interessant, dass du das gerade mit den Kissen angesprochen hast und diese Geschichte, weil das ist ja eigentlich bis heute, also ich komme ja so aus der Podcast-Welt,

00:23:46: da ist so das Do-It-Yourself-Aufnahmetonstudio zu Hause unter der Bettdecke immer noch sehr verbreitet.

00:23:53: Also für mich ist das einfach ein unglaublich tolles Bild.

00:23:55: Ein Wissenschaftler trägt ein Kissen in den Saal, legt auf den Sitz, bläst in der Pfeife und misst den Nachhalt mit einer Stoppuhr.

00:24:02: Und dann holt er das nächste Kissen und wiederholt den Vorgang und zwar viele hunderte Male.

00:24:07: Eigentlich eine super simple Technologie, aber dennoch ziemlich aufwendig.

00:24:12: Und deshalb wurde ihm zu Ehren auch die Maßeinheit für Schallabsorption mit Sabine benannt.

00:24:18: Ach, die kannte ich noch gar nicht. Das werde ich mir merken.

00:24:21: Und eine super Geschichte mit den Kissen.

00:24:23: Ja, und was natürlich auch sehr wichtig ist, wenn man Gebäude und Räume plant,

00:24:28: dann darf man natürlich nicht nur darauf achten, wie es aussieht und dass die Statik stimmt, ist auch wichtig, aber man sollte natürlich auch wissen, welche Auswirkungen ein Bau auf den Klang hat.

00:24:37: Das war früher vielleicht noch nicht so wichtig oder noch nicht so gut erforscht, mittlerweile schon.

00:24:42: Das kann nämlich auch nach hinten losgehen.

00:24:44: Darüber hast du ja auch mit Anselm gesprochen und eine ganz wunderbare Geschichte mitgebracht.

00:24:49: Ich erinnere mich jetzt ein bisschen auch an den Reichstag in Berlin.

00:24:51: Ich glaube, als sie da eingezogen ist, das Parlament, da konnten sie gar nicht miteinander reden.

00:24:54: Nee, es war in Bonn, nicht in Berlin.

00:24:56: Wo das passiert ist, da gab es in der Tat auch so eine Art Echo, nämlich einen Fokuseffekt.

00:25:03: Durch eine gekrümmte Fläche und gekrümmte Flächen können entweder konkav oder konvex sein.

00:25:09: Und die konvexen streuen das so auseinander und die konkav gekrümmten Flächen, die erzeugen einen Fokuseffekt. Genauso wie eine Linse für Licht, also die können das konzentrieren an einer Stelle.

00:25:19: Und das, was da damals passiert war, war, dass eben so ein Fokuseffekt entstand.

00:25:24: Die Lautsprecher haben da reingestrahlt in diesen fokussierenden Bereich.

00:25:28: Und das hat den Schall ganz konzentriert auf eine Stelle zurückgeworfen und wie es

00:25:32: Das Schicksal also will, genau da stand das Rednerpult.

00:25:35: Und das ging dann eben nicht.

00:25:37: Das hat dann sofort dazu geführt, dass zum einen, wenn jemand da gesprochen hat, die Leute total irritiert waren, dadurch, dass sie sich selber

00:25:43: über diesen Fokuseffekt verzögert gehört haben.

00:25:46: Und dass es natürlich auch zu Rückkopplungen über die Lautsprecheranlage kam.

00:25:50: Das gibt es auch einen ganz interessanten Effekt hier im Hörsaalgebäude in Aachen.

00:25:54: Da gibt es einige Hörsäle, die haben eine gekrümmte Rückwand.

00:25:57: Also die gehen so mit normal aufsteigend, wie es so ein Hörsaal ist.

00:26:00: Und dahinter ist eben die gekrümmte Wand, die ist aus Beton.

00:26:03: Und da kann es passieren.

00:26:04: Man sitzt irgendwo und denkt, oh, da spricht mich jemand an, der hinter mir sitzt.

00:26:09: Und dann dreht man sich um, da ist überhaupt keiner.

00:26:11: Und dann sieht man, dass derjenige, der spricht, überhaupt nichts mit einem zu tun hat, der sitzt ganz weit entfernt, irgendwo anders.

00:26:16: Und das fokussiert sich zufällig dahin, wo ich gerade sitze.

00:26:19: An der Stelle muss ich auch nochmal unterbrechen, weil das finde ich auch super spannend.

00:26:23: Schall wird durch das Material der Oberfläche und auch durch die Form des Materials beeinflusst.

00:26:28: Das war mir so auch noch nicht bewusst.

00:26:30: Aber, wenn ich mich hier so umschaue, in unserem Studio, da sind ja auch an den Wänden verschiedene Materialien mit verschiedenen Formen, auch so Paneele, wo Löcher drin sind,

00:26:41: die haben natürlich alle auch ihren Sinn und Zweck.

00:26:42: Man sieht das öfter, aber ja, so richtig

00:26:45: wissen, tun das wahrscheinlich die wenigsten.

00:26:48: Ja, du siehst hier sogar auch mobile Wände, die auf der einen Seite bespannt sind mit nicht reflektierendem Material und auf der anderen Seite sind sie schallhart.

00:26:55: Das heißt, man kann die Akustik auch selbst ein bisschen modellieren hier.

00:26:58: Ja, und das war den Planern in Bonn damals offenbar noch nicht ganz so klar.

00:27:03: Aber es gab ja für die Bundespolitik zum Glück noch eine akustische Rettung, also ein Happy End.

00:27:08: Da gab es mikroperforierte Folien, die davor gespannt worden sind, das hat das so ein bisschen gerettet, das Ganze.

00:27:13: In Berlin gab es eigentlich so ausgeprägt, die Probleme nicht.

00:27:17: Ich war selber dabei damals, als die Beschallung in Berlin im Reichstag eingebaut worden ist.

00:27:22: Und da gab es vor allem jetzt ...

00:27:25: ... ja, die Bestrebung, man wollte unbedingt eine richtungsabhängige Wiedergabe haben.

00:27:30: Wenn das von vorne kommt, ist es kein Thema, dann kommt es von vorne für alle.

00:27:33: Aber man wollte eben auch, wenn jetzt ein ...

00:27:35: ... wenn man als Abgeordneter hinten aufsteht und geht an eine Sprechstelle und spricht, dann wollte man das eben so haben, dass der dann für alle auch da wirklich hörbar ist, akustisch, wo er wirklich steht.

00:27:46: Und nicht, dass die sprechende Person hinter einem steht, aber man hört es von vorne.

00:27:50: Das ist, was die Verständlichkeit betrifft, kein Thema, aber das ist natürlich Komfort, eine Quelle auch da zu hören, wo sie sich tatsächlich befinden.

00:27:58: Ich muss eigentlich nochmal recherchieren, ob es damals auch Zeitungsartikel gab, weil mir fällt gerade so eine tolle Schlagzeile ein:

00:28:03: "Demokratie mit mikroperforierter Folie gerettet"

00:28:07: Das hätte ich, glaube ich, geschrieben.

00:28:09: Und wie reagiert die Politik als Dank für diese akustische Rettung?

00:28:13: Mit einer Norm natürlich.

00:28:15: Wie sollte es anders sein.

00:28:17: Hörsamkeit in Räumen, Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise zur Planung.

00:28:22: Und wer dieses, ich glaube, sechsseitige Dokument nachlesen möchte, es heißt DIN-18041.

00:28:29: Ja, ja, diese berühmte 18041.

00:28:32: Aber Christian, du formulierst das ja jetzt sehr humorvoll.

00:28:36: Aber Parlament kommt ja von dem französischen Wort "parler", also reden.

00:28:40: Und man sollte in einer Demokratie dann schon auch zumindest sich akustisch verstehen können.

00:28:45: Da hast du natürlich recht.

00:28:46: Das ist die Grundlage.

00:28:47: Obwohl ehrlich gesagt manchmal der Eindruck entsteht, dass die Politiker alles andere tun, als wirklich zuzuhören. Da hilft nämlich auch keine DIN-Norm, auch wenn die wichtig ist.

00:28:56: Ja, dann gibt es ja nochmal einen Unterschied zwischen Hören und Verstehen.

00:29:00: Aber trotzdem finde ich die DIN-Norm so wichtig, dass wir hier nochmal Anselm hören wollen.

00:29:04: Es gibt ja, wie sollte es anders sein, hier in Deutschland natürlich eine Norm,

00:29:08: die sich damit beschäftigt, die also beschreibt, welche Räume, also welches akustische Verhalten in welchen Räumen besonders sinnvoll ist.

00:29:17: Wo dann ganz klar gesagt wird, also die Hörsamkeit, gerade was Sprachverständlichkeit auch betrifft, zum Beispiel in den Unterrichtsräumen, muss natürlich entsprechend gut sein,

00:29:25: sonst funktioniert der Raum nicht, sonst ist es für die Zuhörer anstrengend und für die Leute, die sprechen, genauso anstrengend.

00:29:31: Und das beschreibt also alle möglichen Räumlichkeiten für Sportanwendungen, für Konzertanwendungen, für andere Sachen,

00:29:39: ich sag mal, Aufenthaltsräume jetzt in Altenwohnheimen oder sowas, die besonders kritisch sind, wenn es da laut ist, weil die Leute sich da nicht mehr verständigen können.

00:29:47: Und eben genau diese Hörsamkeit, das ist Thema dieser Norm, dass man sagt,

00:29:53: wenn ihr so einen Raum baut oder ausstattet, orientiert euch bitte an den dort angegebenen Werten.

00:29:58: Und wenn die mit einem gewissen Toleranzbereich eingehalten werden, dann ist der Raum auch für diese Anwendung besonders gut geeignet.

00:30:04: Also man darf zum Beispiel keinen, also hallige Klassenräume sind der Albtraum, sowohl für die Schüler wie auch für die Lehrer.

00:30:11: Darf man auf keinen Fall machen.

00:30:13: Es gibt auch viele Büros, die sich mit dem Thema beschäftigen, dass also da absorbierende Decken rein müssen und sowas.

00:30:19: Und da wird das Ganze also direkt viel, viel besser mit.

00:30:22: Also der Klassiker ist eigentlich, es gibt einen Klassenraum mit einer absorbierenden Decke, der funktioniert gut und der ist irgendwann schmutzig

00:30:29: und die Decke ist schmutzig und dann kommt die Elterninitiative und streicht die Decke.

00:30:33: Dadurch, dass die Decke angestrichen wird, ist die absorbierende Wirkung weg, weil die Offenporigkeit der Decke nicht mehr da ist.

00:30:39: Und danach funktioniert der Raum nicht mehr.

00:30:41: Das ist so ein Klassiker.

00:30:42: Du hast ja viele dieser Räume schon erlebt und mitgeplant.

00:30:47: Kann man das bis auf's Letzte berechnen, alles?

00:30:51: Ziemlich gut mittlerweile, ja.

00:30:53: Also eigentlich ist es so, dass kaum noch eine

00:30:56: sag mal, größere Beschannungsanlage im öffentlichen Raum gebaut wird, die nicht vorher simuliert wird.

00:31:01: Das heißt, man baut ein Computermodell, der zu planenden Räumlichkeit, es kann ein Bahnhof, kann ein Fußballstadion oder kann auch ein Plenarsaal sein,

00:31:11: dann passt man diesen Raum an die tatsächlichen raumakustischen Verhältnisse an.

00:31:15: Also entweder es gibt den Raum schon, dann kann man natürlich messen und den besonders gut anpassen. Dann ist die Planungssicherheit hoch, wenn man das kann.

00:31:22: Oder man muss mit Materialdaten arbeiten, wenn es den Raum noch nicht geht.

00:31:26: Also dann kann ich in mein Computermodell gucken und sagen, so das ist ein Parkettfußboden,

00:31:30: da ist eine Glasscheibe, da ist ein Absorber an der Wand, da sind Stühle und sowas.

00:31:35: Diese ganzen Materialien, die haben alle entsprechende Daten, die in der Simulation hinterlegt sind.

00:31:41: Und da kann ich dann zum Beispiel sehen, dass ein Teppich

00:31:43: bei bestimmten Frequenzen, bei hohen Frequenzen, gut absorbiert, bei Tiefen nicht und solche Sachen.

00:31:48: Dann kann ich entsprechend noch die Quellen platzieren in dem Raum,

00:31:52: das können also natürliche Quellen, sprich Instrumente oder sprechende Personen sein, sind aber meistens Lautsprecher, weil darum geht es ja immer,

00:31:59: Lautsprecheranlagen zu planen und die sind eben auch mit entsprechenden Daten in dem Simulationsprogramm drin.

00:32:06: Das heißt, das Programm weiß, wenn ich Lautsprecher XY ausgewählt habe,

00:32:10: der strahlt rundherum das und das ab und daraus kann das dann entsprechend berechnet werden.

00:32:16: Apropos berechnen und Computermodelle.

00:32:19: Das wollen wir jetzt hier bei uns im Studio auch mal ausprobieren,

00:32:21: das Simulieren von akustischen Räumen.

00:32:24: Wir sind ja hier in einem Tonstudio, hatten wir jetzt schon häufiger erwähnt.

00:32:27: Also in einer akustisch, ich sag mal, sehr sicheren Umgebung, könnte man sagen. Das heißt, wir haben hier verhältnismäßig wenig Nachhall, zumindest kann ich jetzt keinen wahrnehmen.

00:32:38: Und genau das versetzt uns aber in diese wunderbare Lage, dass wir künstlich Nachhall erzeugen können und auch künstlich Reflexionen erzeugen können.

00:32:47: Wir haben ja am Anfang der Folge auch schon versprochen, dass wir noch eine kleine Klangreise vorhaben und ein Spielchen.

00:32:53: Das stimmt natürlich, Christian.

00:32:55: Und ich habe ein kleines Spiel vorbereitet, bei dem du.

00:32:57: Und natürlich alle unsere Zuhörer gerne mitmachen können.

00:33:00: Auf jeden Fall.

00:33:01: Ja, ich simuliere einen Raumklang und ihr dürft raten, wo wir uns befinden.

00:33:05: Es sind reale Räume, die wir hier hören.

00:33:08: Okay, dann wird es also noch interessanter.

00:33:10: Ich bin gespannt.

00:33:10: Ich dachte nämlich, es sind komplett virtuelle, aber du meinst, die basieren auf tatsächlichen Messungen dieser tatsächlichen Räume.

00:33:17: Okay.

00:33:17: Dann fangen wir mal hier an.

00:33:18: Das hört sich noch ganz seltsam an.

00:33:21: Oh Gott, ich weiß gar nicht, ob ich dich überhaupt verstehen kann.

00:33:23: Bist du.

00:33:24: Warte, also meine erste Assoziation ist Glas oder Keramik.

00:33:28: Sehr gut, wir sind in einer Blumenvase.

00:33:30: In einer Blumenvase.

00:33:32: In einer Blumenvase.

00:33:34: Großartig.

00:33:35: Weißt du denn, was für eine Blumenvase?

00:33:37: Jetzt bin ich in einem ganz anderen Raum.

00:33:39: Oh ja.

00:33:40: Also, liebe Hörer*innen, ihr könnt natürlich auch mitraten.

00:33:44: Ich glaube, ich spoilere nicht zu viel, wenn ich sage, es ist auf jeden Fall größer als eine Vase.

00:33:49: Und bei dem Nachhall habe ich eher so Assoziationen wie

00:33:54: U-Bahn-Schacht oder Kirche oder sowas.

00:33:58: Berliner Philharmonie.

00:33:59: Ach.

00:33:59: Einfach ein großer Raum.

00:34:01: Berliner Philharmonie?

00:34:03: Okay, das hätte ich nicht erwartet.

00:34:05: Jetzt sind wir in einem anderen Raum.

00:34:06: Oh je, das klingt wiederum ganz anders.

00:34:10: Also, liebe Hörer und Hörerinnen, falls ihr jetzt auch mitratet.

00:34:14: Unser Spielchen heißt übrigens "to hear a sound is to see a space", also einen Klang hören heißt, ein Raum sehen, ganz nach Louis Khan.

00:34:20: Das ist innerhalb einer Plastikmülltonne.

00:34:23: Oh Gott.

00:34:24: Aber sag mal, was mich jetzt total interessiert, du hast ja vorhin gesagt, das sind echte Räume.

00:34:29: Hat da irgendwer ein Messgerät in eine Mülltonne gehalten

00:34:32: oder wie sind diese Klänge zu erklären?

00:34:35: Die haben ein spezielles Verfahren, die haben mit vier Mikrofonen, messen die diesen Raum aus, mit speziellen Signalen.

00:34:43: Im Innenraum von Flugzeugen, von Autos und eben auch so verrückte Sachen mal wie Blumenvase oder in einer Mülltonne oder einem Dixie-Klo eben.

00:34:52: Total spannend.

00:34:53: Also ich meine für Einsatzzwecke, ich denke jetzt sofort zum Beispiel an Hörspielproduktionen, wo man die Stimmen alle in einem Studio aufnimmt wie hier, der eher akustisch trocken ist, um dann im Nachhinein in der Produktion

00:35:06: eben auch die Charaktere durch ja eben durch Kathedralen laufen zu lassen oder irgendwen in die Mülltonne zu befördern, akustisch.

00:35:13: Oder Tunnel und so weiter, ja.

00:35:15: Oh.

00:35:16: Wo sind wir jetzt?

00:35:18: Jetzt sage ich auch noch ein paar Sachen, weil jetzt kommt noch.

00:35:21: mal ein Echo dazu.

00:35:23: Wow.

00:35:24: Mann.

00:35:30: Ich meine, ich weiß, im Weltall klingt nichts, aber meine erste Assoziation, weil das so weit,

00:35:37: so groß klingt, war jetzt tatsächlich meine erste Assoziation Weltall, auch wenn die akustisch überhaupt keinen Sinn macht, ich weiß.

00:35:43: Aber riesig, irgendwas ganz Großes.

00:35:47: Das ist der Gasometer in Oberhausen, dieses riesengroße, über 100 Meter hohe und runde Gebäude.

00:35:55: Das ist ja fast, das hat ja meditative Züge.

00:35:58: Also man kann ja mit solchen simulierten Klängen auch wirklich Orte bereisen akustisch.

00:36:05: Toll.

00:36:05: Wir beenden am ganz bestimmten Beispiel.

00:36:08: Das ist ein sehr altes Gebäude.

00:36:12: Aber anders als der Gasometer.

00:36:15: Ist das mit noch mehr Nachhall als im Gasometer?

00:36:19: Das klingt eher noch größer.

00:36:21: Obwohl vom Volumen her vielleicht sogar ...

00:36:23: Aber ich bin gespannt.

00:36:24: Erzähl, wo sind wir?

00:36:26: Inside the Pyramid of Gise in der Königskammer.

00:36:31: Ich hab, wenn du das sagst, sofort zumindest so ein Gefühl für den Raum.

00:36:36: Also, das hat echt Spaß gemacht.

00:36:38: Das Warten hat sich nicht nur für mich, sondern hoffentlich auch für euch gelohnt, hier bis am Ende dieser Folge nochmal so diese akustischen Räume zu bereisen.

00:36:46: Ich bin ganz, ja, ihr merkt es vielleicht, ein bisschen sprachlos.

00:36:50: Ich würde gerne noch mehr Zeit in dem Gasometer und in der Pyramide verbringen.

00:36:54: Fand ich sehr toll.

00:36:55: Und vor allen Dingen habe ich auch mal wieder richtig viel gelernt.

00:36:58: Vielen, vielen Dank, Peter.

00:36:59: Ja, mir hat es natürlich auch Spaß gemacht.

00:37:01: Und in der nächsten Folge beschäftigt uns das Thema Raum und Akustik nämlich nochmal ganz anders.

00:37:06: Und aus einer ganz anderen Perspektive.

00:37:08: Genau, ich habe nämlich mit einer Klangarchäologin gesprochen, und zwar Professorin Margarita Diaz-Andreu von der Universität Barcelona.

00:37:17: Sie erforscht historische Orte und ihre Klänge und hat mir sehr viel darüber verraten, wie Menschen schon vor tausenden Jahren Orte für Klänge geformt haben.

00:37:26: Und wie Orte Menschen und die Kultur beeinflusst haben.

00:37:30: Darum geht es also in der nächsten Folge.

00:37:31: Ja, und bis dahin sagen wir natürlich vielen Dank für's Zuhören.

00:37:34: Und wo wir schon bei den Danksagungen sind, geht das natürlich auch an unseren Experten dieser Folge, Professor Dr. Anselm Görz.

00:37:41: Und an Dr. Caroline Lauer geht auch Dank und zwar für die redaktionelle Unterstützung

00:37:46: und an Moritz Reinisch auch für die Aufnahme und Technik hier im Studio.

00:37:49: Ja, und last but not least, wenn euch diese Folge eben gefallen hat, dann sagt's doch gerne weiter und empfehlt uns, abonniert "Die Welt der Klänge".

00:37:57: Und folgt dem Podcast auf Spotify und Apple Podcasts.

00:38:00: It's all about listening.

00:38:02: Vielen Dank für's Zuhören.

00:38:03: Bis zum nächsten Mal.

00:38:04: Tschüss.

00:38:04: Tschüss.

00:38:16: "Die Welt der Klänge"

00:38:20: Dies ist ein Podcast von ARS - Art Research Sound, einem künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekt der Hochschule für Musik Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

00:38:31: in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.

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